Donnerstag, 30. August 2012

Die Messertänzerin - Susanne Rauchhaus

Die Messertänzerin


Autor: Susanne Rauchhaus
Preis (Gebunden): 14,95 €
Verlag: Ueberreuther
Sprache: Deutsch
Seiten: 368
Erschienen: Januar 2011
Reihe: nein
ISBN: 978-3800056033
Genre: Jugendbuch




Divya ist eine schwarzhaarige Dienerin an einer Schule für Mädchen, die als Tanas ausgebildet werden. In ihrer Stadt Pandrea, gibt es das Kastensystem, bei welchem Dienerinnen in der niedrigsten sind. Divya träumt schon sehr lange davon, selbst eine Tana zu werden und später einen Mann zu heiraten, wie die anderen Mädchen an der Schule. Dennoch steht ihr das nichts zu, da sie ihr ganzes Leben lang eine Dienerin sein muss und ihr Ursprung sie daran hindert. Allerdings möchte Divya ihren Traum nicht aufgeben und so beobachtet sie den Unterricht heimlich, um die Tänze als auch die Umgangsformen einer Tana, zu erlernen. Währenddessen schließt sie Freundschaft mit dem Mädchen Jolissa, die von einer höheren Kaste stammt. Bei einem Einbruch in der Nacht, lernt Divya den Wächter Tajan kennen, der ab da, die Schule beschützen soll. Daraufhin bittet sie ihn, ihr die Kunst des Kampfes heimlich beizubringen. Sie kommen sich dadurch immer näher und auch die Gefühle werden nicht außer Acht gelassen. Doch Tajan ist ein beauftragter Spion des Fürsten und hat die Aufgabe, die Schule auf Rebellen zu durchsuchen. Dabei macht er mit Divya Entdeckungen, die Divya in Gefahr bringen...


Auf dem Cover ist ein Mädchen in einem Umhang zusehen, welches Divya darstellen sollte. Außerdem ist ein Messer auf dem Buch abgebildet, das passend zum Titel und Inhalt des Romans passt.

"Jolissa umklammerte den Sorgenstein unter dem Stoff ihrer Vesséla."


"Wenn du tanzt, machst du mich verrückt, weil ich dich überall berühren möchte, und wenn du mit mir kämpfst, möchte ich dich besiegen, um einen Vorwand zu haben, dich festzuhalten und zu umarmen." (Seite 295)


Der Anfang beginnt schon sehr interessant und man kommt sehr schnell in die Geschichte rein. Auf den ersten Kapiteln, lernt der Leser, Divyas Alltag kennen und bekommt somit Einblick in ihr Leben, um sich besser in die hineinversetzen zu können. Ich finde es sehr interessant die Sicht einer Dienerin zu lesen, die versucht mehr aus ihrem Leben zu machen. Zusätzlich spielt die Geschichte womöglich in einer orientalischen Welt, aufgrund des Kastensystems, der Gebäudebeschreibungen und der exotischen Namen der Charaktere. Deshalb musste ich manchmal an Aladin denken, was jedoch nicht negativ anzumerken ist. Des Weiteren kommt das typische Machtverhältnis zwischen Mann und Frau in dem Buch vor - der Mann hat das Sagen, währenddessen die Frau alles zu befolgen hat.

In Divya kann man sich sehr gut hineinfühlen und man begleitet sie von klein auf, bis sie erwachsen wird. Aus einem kleinen naiven Mädchen, wird eine starke Kämpferin, die trotzdem Schwächen hat, die sie menschlich machen. Sie war mir von Anfang an sympathisch und es hat mich immer wieder berührt, wenn es ihr schlecht ging. Divya muss vieles durchmachen und von vielen Menschen Abschied nehmen. Sie versucht immer wieder, sich selbst treu zu bleiben und ihr Ziel zu erreichen. Als sie erfährt, dass sie eine Tassari ist, versucht sie ihrem Volk zu helfen und kämpft gegen den Fürsten. Sogar von ihrer Liebe Tajan, trennt sie sich, weil sie einsieht, dass er ihr nicht gut tut. Sie ist eine unglaubliche Protagonistin mit besonderen Fähigkeiten, denn sie besitzt die Gabe, wie andere Tassari, die Lichter zu sehen.
Tajan bleibt, wie für den Leser, als auch für Divya, geheimnisvoll, weshalb er die Neugierde weckt. Seine Gefühle für Divya, kann man zu Beginn nicht ganz deuten, dennoch wird im Laufe der Zeit klar, dass er sich tatsächlich auch in sie verliebt ist und ihr nichts tun möchte.
Auch die anderen Nebenfiguren sind der Autorin äußerst gut gelungen. Da eine große Anzahl an Nebencharakteren vorhanden ist, sind sie nichtsdestotrotz alle einzigartig ausgearbeitet, sodass es einem nicht schwer fällt, sie auseinander zu halten und sie sich zu merken. 
Im Buch kommen zudem neue Wesen, die Lichter, vor. Viel wird jedoch nicht von ihnen erzählt, genauso wie von den Magiern, die ebenfalls vorkommen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, der die vielen Seiten, wie im Fluge vorbeigehen lässt. Sie formuliert wortgewandt und bildhaft, sodass sich der Leser die Gebäude und Personen direkt vorstellen kann. Durch die lockere Ausdrucksweise schafft Susanne Rauchhaus eine lebendige Atmosphäre und immer eine Kompensation der Stimmung, die zwischen Romantik, Spannung und Ernsthaftigkeit dauernd schwankt.

Eine sehr spannende Geschichte mit interessanten und vielfältigen Charakteren. Hin und wieder sind die Handlungen vorhersehbar, trotzdem bietet das Buch gute Unterhaltung und ein atemberaubendes Abenteuer. "Die Messertänzerin" ist perfekt geeignet für schöne Lesestunden und entführt den Leser in eine wundervolle Welt.


Cover (c) by Ueberreuther

Kommentare:

  1. Das Buch klingt interessant. Die Rezi macht Lust drauf

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    1. Ich kann es nur weiter empfehlen, es lohnt sich, das Buch zu lesen :)

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  2. Hey, das ist das erste Mal, dass ich über eine Rezension der "Messertänzerin" stolpere (außer meiner eigenen natürlich). Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Hast Du noch mehr von Susanne Rauchhaus gelesen? Ich bin bisher nicht dazu gekommen.

    Grüße von der Tintenelfe

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    1. Nein, leider bin ich auch noch nicht dazu gekommen ein weiteres Buch von ihr zu lesen aber ihr Schreibstift gefällt mir sehr gut :)

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