Dienstag, 24. Juli 2012

Schattenspieler - Michael Römling


Schattenspieler


Autor: Michael Römling
Preis (Taschenbuch): 14,95 €
Verlag: Coppenrath
Sprache: Deutsch
Seiten: 352
Erschienen: Juni 2012
Reihe: nein
ISBN: 978-3815753071
Genre: historisches Jugendbuch




Am Ende des zweiten Weltkriegs, liegt Berlin in Schutt und Asche: die Alliierten besetzen Deutschland und eine gefährliche Suche nach einem geheimnisvollen Schatz beginnt. 
Leo, ein jüdischer Junge, war bis jetzt immer auf der Flucht und eine Person, die sich in Kellern oder anderen Zimmern von anderen versteckt worden war, damit diese überleben konnten. Bei einem zufälligen Versteck, beobachtet Leo eine schreckliche Tat: Männer werden direkt vor seinen Augen erschossen und Kisten mit einem geheimnisvollen Schatz fortgebracht. Daraufhin läuft er direkt in die Arme von Russen, welche ihn freundlich aufnehmen und bei denen er vorerst bleibt.
Bald darauf, freundet er sich mit Friedrich, der im selben Alter wie er ist, an. Der Mörder der Männer entpuppt sich als ein gefährlicher Kriegsverbrecher der achtundzwanzig Kisten, mit einem wertvollen Schatz, gestohlen und irgendwo versteckt hat. Leo und Friedrich versuchen zusammen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen und begeben sich dabei gerne mal selbst in Gefahr.


Das Cover des Buches ist mehr als beeindruckend. Der Titel sticht besonders ins Auge, da er durch einen dunklen Hintergrund aus Farbklecksen sehr abgehoben wird. Außerdem ist ein Junge und sein Schatten, welcher ein anderes Bild wirft, darauf zu sehen. Dieser junge Mann, sollte womöglich Friedrich oder Leo darstellen.
Der Umschlag des Buches ist leicht durchsichtig und wenn man ihn abmacht ist auf dem Buch direkt ein Stadtplan vom frühen Berlin zu sehen. Der Verlag hat sich dabei wirklich sehr viel Mühe gegeben und verdient ein großes Lob! Es ist ein richtiges Kunstwerk im Bücherregal!







"Er soll uns bleiben, was er uns ist und immer war", schnarrte die Stimme aus dem Radio.

"Joschek", sagte er noch einmal, nahm die Mütze ab und setzte sie Leo schief auf den Kopf. "Trinken Joschek." Leo nahm noch einen Schluck von dem Zeug. 
Na wunderbar, dachte er. Mein neues Leben: Gefreiter Joschek von der Roten Armee. 
(Seite 90)


Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen, da es viele Sichtwechsel der Charaktere gibt. Das Buch nahm aber trotzdem mit jeder Seite an Spannung zu und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Eine wirklich tolle Geschichte, bei der man nicht genau weiß, welchen Personen man trauen darf und worauf die geheimnisvollen Ereignisse hinauslaufen. Zusätzlich beinhaltet das Buch viele unterschiedliche Gefühle. Es gibt lustige Szenen, bei denen der Leser lachen muss, als auch traurige, die auch eine unwohle Stimmung hinterlassen. Besonders gut hat mir die Szene gefallen, bei der Leo zu den Russen kommt und sie ihn "Joschek" nennen, da musste ich wirklich schmunzeln.

Immer wieder wird man von Personen und Handlungen überrascht und deshalb gut unterhalten.
Jeder der vorkommenden Charaktere hatte etwas ganz besonderes, alle wurden meiner Meinung nach, realistisch dargestellt. Interessant war die Sicht von dem jüdischen Leo zu lesen, wie für ihn bisher das Leben war und wie er es erlebt hat.
Zu Beginn wird man mitten ins Geschehen gerissen, ohne etwas über die Charaktere zu wissen, bekommt aber während der Geschichte einiges über diese mit. Es hat zudem Spaß gemacht, zu verfolgen, ob Leo und Friedrich es schaffen, den Täter und den geheimen Schatz zu finden. Sie waren ein wirklich tolles Team.

Den Schreibstil empfand ich als flüssig und ich war richtig in die Geschichte versunken. Michael Römling beschreibt alles sehr ausführlich und ich konnte mir die Gebäude, Trümmer und Personen gut vorstellen. Nebenbei verfügt der Autor über ein großes Wissen und informiert den Leser sehr genau. Für mich war es sehr interessant, über die Sicht der "Kriegsopfer" zu lesen und ich konnte meine geschichtlichen Grundkenntnisse wieder auffrischen. Auf den letzten Seiten des Buches, befindet sich ein Glossar, in welchem die ganzen Fakten und Abkürzungen des zweiten Weltkrieges, welche im Buch vorkommen, nocheinmal erklärt werden.
Dies finde ich sehr hilfreich, da sich nicht alle Leser eventuell damit auskennen und dort nachschauen können, um der Handlung voll und ganz folgen zu können. Die Handlung an sich wurde sehr gut erklärt, ich habe alles einwandfrei verstanden und konnte der Geschichte folgen.

Das befriedigende Ende war zum Teil überraschend und ich hatte damit nicht gerechnet, wer alles mit in die Tat mit dem Kriegsverbrecher verwickelt ist. Die Geschichte hat des Weiteren einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich musste über viele Dinge nachdenken, wie zum Beispiel wie es ist, selbst auf der Flucht zu sein und jeden Tag um sein überleben zu kämpfen.

In diesem Jugendroman wird dem Leser viel geboten: Eine gute Geschichte mit viel Spannung und Action, eine kleine Detektivgeschichte und ein geheimnisvoller Schatz - was möchte man mehr? Wenn man einmal angefangen hat, kann man das Buch nicht mehr zur Seite legen und fiebert bis zum Schluss über jede einzelne Seite mit. Das Buch ist außerdem besonders für die Leser geeignet, die sich selbst für den zweiten Weltkrieg interessieren.


Dr. Michael Römling, geboren 1973 in Soest, studierte Geschichte in Göttingen (wo er inzwischen wieder lebt), Besancon und Rom. Nach einem Stipendium am dortigen Deutschen Historischen Institut promovierte er mit einer Arbeit über spanische Soldaten in Italien im 16. Jahrhundert. Er schreibt und verlegt Stadtgeschichten, Bildbände und Stadtführer im von ihm mitgegründeten Tertulla-Verlag. Nach "Signum - Die verratenen Adler" (2009) ist "Schattenspieler" sein zweiter historischer Roman.



Cover (c) by Coppenrath



Kommentare:

  1. Schöne Rezi ^^

    schade eigentlich, dass ich nicht so auf Detektivbücher stehe. :)Klingt aber an sich sehr interessant.

    lg

    Alisia

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  2. Super Rezension (:
    Klingt echt gut, denn ich wollte es mir auch kaufen. (:
    Liebe Grüße ♥

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