Donnerstag, 19. Juli 2012

Je süßer das Leben - Darien Gee


Je süßer das Leben


Autor: Darien Gee
Preis (Taschenbuch): 8,99 €
Verlag: blanvalet
Sprache: Deutsch
Seiten: 476
Erschienen: 15.02.2012
Reihe: ja (1/?)
ISBN: 9783442377992
Genre: Roman
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Nach dem Tod von Julias Sohn, Josh, ist für sie die Welt lange Zeit farblos und freudlos. Eines Nachmittags sehen Julia und ihre kleine Tochter Gracie, dass auf den Stufen ihres Hauses etwas steht: ein Teller mit selbstgebackenem Brot, Teig und ein Rezept. Dieser Teig ist aber kein gewöhnlicher - er soll Julia wieder zurück in ihr Leben bringen. Der Teig, den man täglich pflegen muss, vervierfacht sich innerhalb von zehn Tagen und soll dann an andere Personen weitergegeben werden. Julia, die zunächst skeptisch ist, verteilt das Freundschaftsbrot an die ganze Nachbarschaft, wodurch es ganz Avalon erobert. So lernt sie dabei auch neue und liebe Menschen kennen, die zu ihren Freundinnen werden.









Das Cover finde ich hübsch und aufjedenfall einen Blickfang. Die drei Muffins auf dem Teller können aus dem Freuschaftsbrotteig gemacht und die Füße die von Julia sein.
Der Titel "Je süßer das Leben" finde ich passend für das Buch und er regt auch zum Nachdenken an, denn das "Süße", also der Teig/Brot, hat Julia's und auch das Leben der anderen Stadtbewohner "versüßt".








"Leon stellt das 25-mm-Plössl-Okular ein und richtet das Teleskop auf den Himmel"








"In diesem kleinen, bescheidenen Städtchen leben so viele unterschiedliche Menschen - gute Menschen, einfache Menschen, Menschen mit einem großen Herzen -, die sie im Laufe der letzten Monate kennengelernt hat und ihre Freunde nennen darf." (Seite 396)



Am Anfang hatte ich Hoffnung auf eine tolle und interessante Geschichte wegen des Klappentextes und des Covers. Leider erfüllt das Buch meine Zuversicht nicht ganz. "Je süßer das Leben" ist eine gute Idee für einen schönen Roman und hat einiges an Potential, dennoch finde ich mehrere Seiten langweilig. Viele Kapitel und Handlungen sind außerdem vorhersehbar, weshalb es für mich nicht wirklich spannend war und ich mich manchmal zum Weiterlesen bewegen musste. Gefühle kamen bei mir nur auf, als es um den Verlust von Julia's Sohn ging. Es ist sehr traurig darüber zu lesen, wenn Eltern ihre Kinder verlieren. Andererseits war es abwechslungsreich die Schattenseiten von den ganzen Einwohnern von Avalon und deren neue Lebensfreude zu erfahren. Dadurch wirkt das Buch sehr glaubhaft und berührt den Leser, sodass er zum nachdenken angeregt wird. Dennoch ist es überaus erstaunlich, wie eine kleine Menge Teig, die Menschen zusammenführen kann. Ich persönlich hätte das fremde Brot nichteinmal gegessen, ohne zu wissen von wem es ist - bei Julia ging jedoch alles gut.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach und flüssig, deshalb lässt sich das Buch relativ schnell lesen. Zusätzlich hatte ich oft das Gefühl, selbst bei der Handlung und in Räumen dabei zu sein.
Die Sicht der vielen verschiedenen Charaktere wird von einem Personellen-Erzähler geschildert. Da die Sichtweisen ständig wechseln, hatte ich besonders zu Beginn der Geschichte Probleme mich hineinzufinden. Durch gelegentliche Überschriften, mit dem Namen des Charakters, von welchem dieser Teil handelt, kann man der Geschichte sehr gut folgen.

Was Darien Gee wirklich gut gelang, ist folgendes: sie hat jeden Charakter so gut beschrieben, dass er sehr echt und menschlich gewirkt hat, wodurch man eine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Die Hauptpersonen, über die am meisten erzählt wird, sind Julia, Hannah und Madeline, weitere wichtige Personen wären Mark, Livvy und Edie. Ab und zu, sowie bereits genannt, kommen weitere Charaktere hinzu, über die auch kurz berichtet wird. Der Leser bekommt dadurch sehr viele unterschiedliche Einblicke in die Leben der ganzen Individuen, welche dieselben Probleme haben, wie jeder andere Mensch auch. Man kann daher als Leser die Handlungen gut nachvollziehen. Die Autorin hat sich sehr viele Gedanken gemacht, wie die Vergangenheit und Zukunft von jedem aussieht. Jede Figur hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht, welche mit dem Leser geteilt werden.

Auf der letzten Seite des Buches, ist ein kleines Rezept des Freundschaftsbrotes aufgedruckt, das mir gut gefällt.






Einiges am Buch ist zwar nicht langweilig, konnte mein Interesse nicht wecken und war beim Lesen kaum spannend. Die Charaktere hingegen, sind sehr gut ausgearbeitet und die Handlung, die zum nachdenken bewegt, sprechen für das Buch.
Leider ist der Roman, meines Erachtens trotzdem nur mittelmäßig und für Leser geeignet, die mal etwas anderes lesen möchten.








Darien Gee lebt auf Hawaii mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern. Sie hat unter Pseudonym bereits drei Romane veröffentlicht. Derzeit schreibt sie an der Fortsetzung von Je süßer das Leben, in der die Abenteuer der drei Freundinnen in Avalon weitergehen.
(Quelle: Je süßer das Leben, Seite 2)




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